Bald nur mehr auf der ganzen Welt

Tour Paris 13 jpg

In Paris läuft derzeit ein vergängliches Kunstprojekt. Bald wird es nur mehr auf der ganzen Welt zu sehen sein.

Der „Tour 13“ ist ein Sozialbau, der in den nächsten Tagen abgerissen wird. Davor bekamen Künstler die Möglichkeit, die Räume und Fassaden nach ihrer Lust und Laune zu gestalten und die Öffentlichkeit konnte den „Tour 13“ auch besichtigen – freilich streng reguliert, denn das Bauwerk ist eben in einem Zustand, in dem es nichts mehr aushält.

Nach dem Abriss wird die Website im Netz bleiben, allerdings nur mit den Bildern, die die meisten Betrachter angeklickt haben. Mehr über das Projekt zu lesen nebst Links zu einer Bildergalerie gibt es z.B. hier.

Der erste Reflex ist – verständlicherweise – in etwa so: „Wow, toll. Schade drum, dass es nicht bestehen bleibt.“

Ich finde genau diese Art Vergänglichkeit spannend, wenn man sie sich etwas näher ansieht.

Denn genau so ist – Gott sei Dank – das Leben. Und es ist bemerkenswert und wunderbar, dass das Gebäude nicht einfach in seinen letzten Monaten grau und leer stehen bleibt, sondern dass so viel Kreativität und Leben entstanden ist – und dass so viele Menschen das gesehen haben und noch sehen werden, wenn auch in veränderter Form.

Würde alles, was es gibt, physisch bestehen bleiben, wäre kein Platz für Neues.

Und in diesem Fall war es sogar so, dass die Künstler und Betrachter wussten, dass sie sich auf ein vergängliches Projekt einlassen.

Das könnte – gerade zu Allerheiligen heute und Allerseelen morgen – ein guter Denkanstoß sein, um mit dem Thema Vergänglichkeit neu und bunt und kreativ umzugehen.

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